Diskussion:Ramschwag Nenzing

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Ein Wort zuvor[Quelltext bearbeiten]

Die Regionalentwicklung im Walgau sowie eine kleine Truppe engagierter Burgenleute möchten die Infotafeln neu formulieren und gestalten. Ausgehend von den bestehenden Tafeltexten der Ruine Ramschwag entsteht hier vielleicht eine neue Formulierung:

Wälsch - Ramschwag: Der Bau (…nichts als Fakten)[Quelltext bearbeiten]

Erbaut wurde die Burg in den Jahren 1270 -1290. Der Burghügel fällt auf der Nord - und Südseite steil ab, auf der Süd- und Ostseite waren früher Weinberge angelegt. Im Westen wurden zwei künstliche Wall-Grabensysteme als Hindernisse für Angreifer angelegt. Das aus den beiden Gräben ausgebrochene Felsmaterial diente zum Bau der Burg. Der Aufgang zur Burg lag wie heute im Osten. Eine 1,20 m dicke Ringmauer umfasste den Hofraum. Der Bergfried, der zugleich als Wohnturm dient, besteht aus einem 2,50 - 2,80 m starken Megalithmauerwerk. Megalithmauerwerk ist ein Mauerwerk aus großen Steinen. Er wurde in Schalentechnik errichtet, d.h. die äußeren Mauerschalen, vor allem an der Bauwerkaußenseite, wurden mit großen Steinen sorgfältig aufgemauert, während im Inneren Steine und Steinabschlag unterschiedlichster Art Verwendung fanden. Der Turm war ehemals 21 Meter hoch und fünfgeschossig. Auf der Nordseite im 2. Stock befindet sich die Hocheingangstür mit dem Rundbogen. Der heute völlig fehlende Türrahmen bestand aus Tuffstein, wie zwei am Abhang unterhalb der Turm-Nordostecke aufgefundene Teile zeigen. Zu diesem Podestvorsprung hinauf führte eine an die Turm-Ostwand angelehnte auf Stützen ruhende Holztreppe. Unterhalb des Turmeinganges befinden sich zwei große Balkenlöcher, in denen die Tragbalken des Eingangpodestes ruhten. Beim 4. Stock sind Tragbalkenlöcher und Konsolsteine sichtbar, die den außen umlaufenden Söller (Balkon) aus Holz trugen und als Stütze für das Walmdach dienten (siehe Rekonstruktionszeichnung). Das völlige Fehlen von Schindelresten weist darauf hin, dass das Dach wahrscheinlich mit Holzschindeln eingedeckt war. Die Burg Wälsch-Ramschwag wurde am 28. September 1405 zerstört und ist seither eine Ruine. Eine erste Restaurierung in den Jahren 1997 - 2000 erfolgte durch die Marktgemeinde Nenzing, das Bundesdenkmalamt und freiwillige Helfer.

(Bildervorschläge: Plan sowie 3 Ansichten)


Wälsch - Ramschwag: Der Bau (wie machten die das?)[Quelltext bearbeiten]

Hörst Du das Ächzen? Wie mühsam war damals vor etwa 700 Jahren das Schleppen von Steinen! Wo kamen denn die Steine überhaupt her? (… ja, wo kamen die echt her…? Und wie…? Hier dann erklären)

Eine Burg war meist so aufgebaut: Der wichtigste Teil der Burg war der Bergfried, der hat allerdings nur wenig mit Frieden zu tun…. Der Bergfried wurde am höchstmöglichen Punkt gebaut. Hier wurden meistens die Waffen gelagert und ein Aussichtsturm eingerichtet, damit man weit sehen konnte, ob fremde Soldaten oder gar Feinde nahten. Und im Falle einer Gefahr zogen sich die Burgbewohner dorthin zurück. Um den Bergfried herum gab es eine kleine ebene Fläche, dort hielten sich die Bewohner tagsüber auf, um z.B. gemeinsam zu kochen. Dann umschloss eine dicke Mauer die ganze Burganlage und hinter dieser Mauer war ein tiefer Graben. Der sollte ungebetene Gäste abschrecken, damit die nicht so einfach in die Burg eindringen konnten. Sehr oft wurde noch eine weitere Mauer errichtet, die den Graben einschloss und so eine weitere Sicherheitsmaßnahme darstellte.

(Bildervorschläge: Kindgerecht gezeichneter Plan)


Wälsch - Ramschwag: Die Geschichte (ein paar Zahlen)[Quelltext bearbeiten]

Die Ramschwager stammen aus der Schweiz. Sie sind im 12. Jahrhundert als Dienstmannen der Äbte des Klosters von St. Gallen urkundlich belegt. Ihr Stammsitz, die Burg Alt – Ramschwag, befand sich im Kanton St. Gallen. Ganz in der Nähe errichteten sie eine zweite Anlage, Burg Neu – Ramschwag, heute eine Ruine wie ihre dritte Burg, Welsch – Ramschwag in Nenzing. Mit der Ernennung von Rudolf von Habsburg zum König kam es zur entscheidenden Wende. Die Ramschwager wurden ihren Herren untreu und schlossen sich deren Gegnern, den Habsburgern, an. Bei der berühmten Schlacht auf dem Marchfeld im Jahre 1278 rettete Heinrich Walter von Ramschwag, König Rudolf von Habsburg das Leben. Sein Gegner, König Ottokar von Böhmen, fiel dort. Die große Belohnung für die Rettung des Königs wurde als Besitz ausbezahlt. So erhielten die Ramschwager u.a. Güter und Rechte im Walgau. Auf dieser Grundlage errichteten sie die Burg Welsch – Ramschwag. In der Folge treten die Ramschwager oft als Vögte verschiedener Burgen in Erscheinung. Ende des 19. Jahrhunderts starb das Geschlecht aus. Es ist nicht schriftlich belegt, ob hier jemals Ramschwager wohnten. Welsch – Ramschwag wurde 1360 an die Habsburger verkauft. 1391 kam es zur Mitgliedschaft in der „Vorarlberger Eidgenossenschaft“. Im Rahmen der Appenzellerkriege und des Bauernaufstandes der Walgauer wurde die Burg Welsch – Ramschwag am St. Michaeliabend – 28./29. September 1405 – geplündert und abgebrannt, ebenso wie am gleichen Abend Jagdberg, Blumenegg und die „Veste zu Bürs“ in Flammen aufgingen. Diese gemeinsame Aktion der Walgauer richtete sich vornehmlich gegen die habsburgischen Vögte. Welsch – Ramschwag wurde nicht mehr aufgebaut und ist seither Ruine. Steine aus der Anlage wurden in der Folge zum Bau von Fundamenten für Häuser und Ställe sowie nahe liegende Heubargen verwendet.

(Bildervorschläge: Wappen der Ritter von Ramschwag)

Wälsch - Ramschwag: Die Geschichte (was war hier los?)[Quelltext bearbeiten]

Gähnend streckt sich der kleine Knappe, es ist noch dunkel draußen und er mag überhaupt nicht von seinem Strohsack aufstehen. Aber als Knappe muss er Frühstück für den Ritter Ramschwag machen… Da wird nichts Großartiges aufgetischt, es gibt nur Hirsebrei. Ha, wäre er der Sohn eines Grafen, dann könnte er von seltenen Früchten naschen, solche die noch kaum jemand gesehen hatte, Datteln (?) z.B.! Aber hier auf der Burg leben keine Grafen, sondern die Ramschwag-Ritter. Und die sind froh, wenn sie sich ab und zu ein Stück Wildschwein mit Tunke in den Mund stopfen können. Wir wissen leider nicht so genau, was der kleine Knappe hier wohl alles erlebt hat, wir können da Vermutungen anstellen oder einfach mit unserer Phantasie spielen. Womöglich ist es aber lustiger, heute ein Kind zu sein als damals vor hunderten von Jahren…

Nach den Rittern von Ramschwag hatten die Habsburger auf der Burg das Sagen, sie waren die neuen Besitzer der Burg. Die Bauern damals waren unzufrieden mit den Habsburgern. Deshalb kam es zu einem großen Bauernauftstand und die Burg Ramschwag wurde vor 600 Jahren geplündert und abgebrannt. Es erging übrigens einigen anderen Burgen im Walgau gleich: auch die Burgen Jagdberg und Blumenegg wurden komplett zerstört. Die Burgen waren zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich unverteidigt und so mussten wenigstens keine Menschen sterben. Welsch – Ramschwag wurde nicht mehr aufgebaut und in den vielen Jahren seither ist die Burg mehr und mehr zu einer Ruine zerfallen. Einige Steine aus der Anlage wurden sicherlich zum Bau von Fundamenten für Häuser und Ställe sowie nahe liegende Heuställe verwendet. Auch steht fest, dass manche Steinbrocken nach dem 2. Weltkrieg für eine Skisprunganlage gleich in der Nähe verwendet wurden – wenn das der kleine Knappe gewusst hätte! Die Schanze wurde aber nicht lange benutzt. Von 1997 bis 2000 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung und so kannst Du Dir die alte Burg recht gut vorstellen.

(Bildervorschläge: ?)




Wälsch - Ramschwag: Die Menschen (wie lebten sie?)[Quelltext bearbeiten]

Diese Burg wurde im Mittelalter erbaut, heißt es. Was bitte bedeutet eigentlich „Mittelalter“? Gemeint ist mit „Mitte“ die Zeit, die zwischen der Römerzeit und der Entdeckung Amerikas liegt, die sogenannte Neuzeit. Im Mittelalter wurden die ersten Städte gegründet, es gab Könige und Kaiser, aber auch Grafen und Ritter und viele arme Leute und Bauern. Die „besseren“ Herrschaften wie z.B. Grafen und Ritter, die lebten in einer Burg. Hier in Nenzing waren vermutlich die Ramschwag-Ritter zuhause, ganz sicher kann man das aber nicht sagen. Das alles ist furchtbar lange her, ungefähr 750 Jahre (das sind etwa 25 Großväter rückwärts gerechnet, also der Ururururururururururururururururururururururgroßvater, kannst Du Dir das vorstellen?)

Durch den Turmeingang trat man in eine durch drei Schlitzfenster nur spärlich erhellte Diele, in der die Jagd-, Stangen- und Bogenwaffen sowie Werkzeuge gelagert wurden. Unterhalb der Diele befand sich der Kühlschrank der Burg, ein über 5 Meter hoher Keller. Hier unten im feuchten und kühlen Keller verwahrte man alles, was die Familie eines Burgvogtes samt geringem Gesinde zum Leben durch alle Jahreszeiten benötigte. Nur das Getreide gehörte nicht in den feuchten Keller, sondern in eine Kornschütte auf den Dachboden. Da war es auch vor den Ratten und anderem Ungeziefer relativ sicher.

In einer Burg war es gar nicht so gemütlich, wie Du Dir das vielleicht vorstellst. Besonders im Winter haben die Bewohner ordentlich gefroren. Klar, die Schlitzfenster waren recht klein und ließen nur wenig Kälte (und wenig Licht) rein. Aber das Gemäuer mit den kleinen offenen Feuern warm zu halten, war schwierig und gefährlich. Am besten, Du warst dick angezogen, z.b. mit Wams, wollenen Beinlingen, Schnabelschuhen und einer Haube. Das hat etwa so ausgesehen:

(Bildervorschläge: Mittelalterliche Mode)




Wälsch – Ramschwag: Was man sich erzählt[Quelltext bearbeiten]

Wie der Küechlesonntag entstand: (der Tafel vor Ort entnommen)


Auf vielen Burgen des Landes hausten Zwingherren, welche die armen Leute arg bedrückten. Daher beschloss das Volk, die Burgen niederzubrennen und der unerträglichen Gewaltherrschaft ein Ende zu bereiten. Tag und Stunde wurden verabredet, und so kam es, dass die Bauern an einem Sonntag zwischen sieben und acht alle Schlösser bis hinauf ins Liechtensteinische in Brand steckten und niederrissen. Bewaffnet mit Sensen und Gabeln, Äxten und anderen bäuerlichen Gerätschaften drangen die Bauern in die unverteidigten Burgen und steckten sie in Brand. Die Weiber waren über diese Tat so erfreut, dass sie den Männern Kuchen buken. Zur Erinnerung an jenes Ereignis werden jedes Jahr am ersten Sonntag in der Fastenzeit Küechle gebacken und auf den Höhen brennen die Funken.


Dr letschte Ramschwager: (der Tafel vor Ort entnommen)

Anno 1405 sind alle Bura vom Land mit da Appazäller gega di Adeliga ufgschtanda , sind uf Burga zoga, hond se belagert und fascht alle igno. D´Nenzeger sind o drbei gse und am 28. September sind se mit Hellabarda, Morgastern und Schwerter dr Ramschwag zue, um se z´erobera. I dr Burg husat an änziga Ma, der versuacht se allä z´verteidiga. Er sächt aber bald i, dass er dia Burg ohne Hilf net heba ka. Gega da Walgau fallt dr Burgbühel ganz schtutzig ahe, dört sind o ka Feind gschtanda, wel se vo dera Sita schlecht agrifa künna hond. Des merkt o bald dr Ma. Sorüaft er sinem Hund, schwingt se über dia Mur und rennt da gotziga Bühel ahe. Dunn im Riadle ischt früaher an See gse, jetzt ischt er zuma Riad itrocknet. Well er am Feind net i d´Händ fallawell, schpringt er is Wasser und schwimmt mitm Hund übera See. So ischt er da Bura vertrunna. Dia dringen bal i d´Burg i, schlahen alls zemma und wärfen Fakla ihe, dass alls häll uflodert. Hüt no luagat dr Turm als Ruina i d´Loft. No I da hütiga Tage verzellt ma se, as sei dr letschte Ramschwager gse, der i dr Burg gwohnt und se allä z´verteidiga versuacht hei