Diskussion:Dossier: Kulturlandschaftspflege im Walgau: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 4. März 2010, 12:59 Uhr

Themen der Regionalentwicklung, die von der Walgaukonferenz und dem Walgauforum als wichtig benannt wurden

Natur und Umwelt: Grünzonen sparsam verwalten, Natur betrifft alle, Freiflächen erhalten, Erhaltung des Lebensraums, Gleichgewicht zwischen Natur-Wirtschaft, gemeinsames Interesse an Landschaft und Umwelt sind im Walgau zu erhalten, Kulturgut Streuobstwiese, zusammenhängende Naturräume sichern, zugänglicher und nutzbarer Naherholungsraum

Kulturlandschaftspflege: regionale Konzepte; Fördermittel; Raumplanungskonzept für Walgau. LEADER, Förderprogramme; Region ist landschaftlich bedingt, Erhaltung der Kulturlandschaft, werden manchmal vergessen (Tal- und Berggemeinden)

Umweltbildung: Bau einer Einrichtung zur Nutzung durch die Walgaugemeinden (Kinder, Schulen, Naturlandschaft) ähnlich wie Waldschule, evtl. mit Übernachtungsmöglichkeit etc), Umweltthemen erarbeiten, ökologische Woche, Verbindung zum sanften Tourismus, Förderung eines ÖKO-Hauses (Lebensmittel, Energiegewinnung durch Biomasse, Solar, Photovoltaik)

Klimawandel

Auland - Verwendung vorhandener Ressourcen


Meinungen, die im Zuge von Veranstaltungen und Workshops oder in Einzelgesprächen geäußert wurden:

"Im Bezug auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und den Naturschutz müssten die Förderungen vom Land besser abgestimmt werden."

"Das Problem ist, das alles in den Auwald gebaut wird, und der ist inzwischen schon recht selten geworden."

"Liebherr rodet 2 ha Auwald ohne Genehmigung. Und wenn dann eine Gemeinde kommt und 1.200 qm Ablagerungsfläche unter der Hochspannungstrasse will, geht das nicht wegen dem wertvollen Auwald - und im nächsten Jahr wird der Wald zur Trassenfreihaltung abgehauen."

"Bei Naturschutzgebieten, da muss man im Walgau insgesamt nachdenken. Irgendwo weiß man, da gibt es das und jenes, aber da muss man die Leute darauf aufmerksam machen, da müssen die Gemeinden klar und bewusst dahinter stehen."

„Die Natur wird bei uns derzeit eher etwas stiefmütterlich behandelt, was teilweise auch mit Änderungen in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zusammenhängt (entweder intensiv oder gar nicht).“

"Naturvielfalt und Landwirtschaft sind Zukunftszwillinge. Ich will einen Naturschutz mit Handschlagqualität, ich will Naturnutzer und Naturschützer an einen Tisch." (Landesrat Erich Schwärzler im Gespräch mit dem Naturschutzrat, VN vom 29. Apr. 2009)


Diskussion

Die Regionalentwicklung im Walgau veranstaltete einen Workshop mit Naturschützern im Oktober 2009 im Wildpark Feldkirch. Wichtige Punkte aus der Diskussion waren:

  • Die mangelnde Durchsetzungskraft des Naturschutzes (geringe Wertigkeit, keine Lobby, Information erst wenn es zu spät ist, finanzieller Ausgleich reicht nicht, kleinräumiges Denken, Naturschutzbund hat wenig Ressourcen und ist auf Unteres Rheintal konzentriert.
  • Konkrete Anliegen im Walgau (Biotopinventar fehlt immer noch, Auwälder und Magerwiesen verschwinden, Flächenverbrauch am Talgrund, Großbetriebe im Auwald, landwirtschaftliche Nutzung am Hang wird aufgegeben, Kleinkraftwerke, Grundwasserabsenkungen, Speicherspülungen, Pflege geht bei den Gemeinden oft im Arbeitsalltag unter, viele neue Wege für Mountainbiker, Schneeschuhwanderungen und Landeflächen für Drachenflieger ohne Rücksicht auf Naturschutz).
  • Die Wahrnehmung durch die Medien (zu wenig Info in Alltagsmedien, Naturschutz ist extrem unterrepräsentiert, Medienpflege, regionale Naturschutzauftritte in Medien fördern, Mitteilungsblätter als eigenes Medium des Naturschutzes, Projekte auf Homepage vernetzen.
  • Die Notwendigkeit, Strukturen zu schaffen (Naturschutz muss in der Gemeinde personell verankert sein, Bewusstseinswandel durch gute Projekte, Fischer, Landwirte, Grundbesitzer usw. einbinden, um Verständnis zu erzeugen, Bewusstseinsbildung, Kombination von Naturschutz und Naherholung


Weitere Diskussionsthemen: Die letzten Auwald- Bereiche sind stark unter Druck (Ausweitung Betriebe, Hochwasserschutz usw., 20 ha Auwald in 20 Jahren für Betriebsgebiete verwendet). Eine Idee aus dem Bereich 'Hochwasserschutz' ist beispielsweise, Teile des Auwalds abholzen und verkaufen, den darunter liegenden Kies ebenfalls auszubaggern und zu verkaufen, und das so entstehende Becken von ca. 6 ha wieder mit Auwald aufzuforsten und als Wasserrückhaltefläche zu nutzen (die dann tatsächlich immer wieder überflutet wird). Aus Sicht des Naturschutzes ist das Gebiet ein trockengefallener Auwald mit wechselndem Grundwasserspiegel, der eine eigene Pflanzengemeinschaft hervorbringt - Fichte, Föhre und Erle - außerdem könnte es bei der Maßnahme zu größeren Problemen mit Neophyten kommen (gebietsfremde Arten, die einwandern und die Pflanzengemeinschaft zerstören).

Das Biotopinventar 1988 - 2008 spiegelt das unterschiedliche Naturschutzbewusstsein in der jeweiligen Gemeinde. Es gibt kein einziges deklariertes Gemeindeschutzgebiet im Walgau.

Naturschutz und Landwirtschaft: Die alte Landwirte-Generation macht noch viel freiwillige Arbeit, bei den jungen wollen viele nur noch möglichst effektiv produzieren

Im Natura 2000 Gebiet „Schmiedtobel Dalaas-Braz“ wollen Landwirte der Alpgenossenschaft Ludesch die Wasserkraft nutzen - es besteht die Gefahr, dass im Schutzgebiet wertvolle Biotope zerstört werden.

Grünkorridor östlich von Bludesch ist in Gefahr, zugebaut zu werden.

Auf der Gemarkung der Gemeinde Göfis ist ein großer Steinbruch in der Nähe des Naturschutzgebietes Gasserplatz geplant, von dem negative Auswirkungen auf das Gebiet erwartet werden.


Ideen für weitere Maßnahmen zum Naturschutz

Der Projektvorschlag "zusammenhängende Naturgebiete sichern" erhielt im März 2009 beim Walgauforum 27 Punkte.

Der Projektvorschlag "Umweltbildungseinrichtungen" erhielt im März 2009 beim Walgauforum 10 Punkte.

Der Projektvorschlag "Berghänge als Kulturlandschaft erhalten" erhielt im März 2009 beim Walgauforum 7 Punkte.

Es gibt in Vorarlberg Ansätze, den Naturschutz mit Beschäftigungsinitiativen zu koppeln (z.B. im Bereich der Pflege von Streuobstwiesen und der Obsternte). Auch Aquamühle Frastanz ist an solchen Modellen beteiligt; dies könnte in ein regionales Modell überführt werden.