Dossier: Geschichte im Walgau

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Version vom 17. Februar 2010, 21:31 Uhr von Historia dgj (Diskussion | Beiträge) (Vor- und Frühgeschichte)
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Vor- und Frühgeschichte

Zwei Namen beherrschen die Frühzeit der Besiedlung und der historischen Entwicklung Vorarlbergs: Räter und Römer - die Räter sind eben schon da und die Römer werden noch kommen. Genau dahin passt die Feststellung von Burmeister (siehe Geschichte Vorarlbergs, Seite 9 ff), wenn er da meint: „Der geographische Raum begründet nicht die Geschichte, er gibt nur den Rahmen ab, in dem der Mensch die Geschichte gestaltet .... Erst in der Steinzeit wird das Land dauernd besiedelt, in der Bronzezeit finden wir in der ur-illyrischen Urnenfelderkultur und in der ur-rätischen Melaunerkultur eine fortgeschrittene arbeitsteilige Wirtschaft verwirklicht.“

Vorgeschichtliche geologische bzw eiszeitliche Relikte im Walgau sind an sozusagen "an beiden Enden" zu entdecken: der Gletschertopf (Gletschermühle) in Göfis über dem Ostportal des Ambergtunnels und die "transalpinen Silvrettagneise" auf den Walgau-Hangterrassen, die sich in Bürserberg / Tschengla als Baumaterial für Steinkreise erweisen.

Die Siedlungsgeschichte in Südvorarlberg beginnt um 3000 v.Chr. mit den Höhensiedlungen der Jüngeren Steinzeit; dazu gehören die frühen Siedlungen auf den Inselbergen im Rheintal, etwa am Kummenberg/Kadel, dem Montlingerberg und dem Schellenberg. Im Montafon finden sich Reste einer mehr als 3800 Jahre alten Siedlungsstätte im Friagawald / Bartholomäberg; diese Siedlung war Teil einer großen bronzezeitlichen Burganlage. Die Steinkreise in Bürserberg/Tschengla, die eine entsprechende Wohnbevölkerung als Arbeitstruppe voraussetzen, lassen sich in dieselbe Zeitspanne datieren. Das alles bedeutet, dass mit dem auslaufenden dritten Jahrtausend v.Chr. in Südvorarlberg bereits beachtliche Größenordnungen an Wohnsiedlungen vorhanden sein mussten; das fällt also in die "Ötzi-zeit". Bedeutende archäologische Grabungen gibt es mit dem Kultplatz Scheibenstuhl / Nenzing und am Diabsschlössle / Lorüns; Grabungen am Rappenkopf / Nüziders sowie Katilsköpfle / Nüziders bringen bronzezeitliche Relikte und Artefakte zutage. Verstürztes Mauerwerk und verfallene Grabenreste künden auf Vatlära / Satteins, Hochwindenkopf / Göfis und Stadtschrofen / Feldkirch von verlassenen frühzeitlichen Siedlungsresten, die ihrer Erschliessung harren. Die 1939/1941 und 1945/1947 ergrabene Heidenburg / Göfis wurde nicht vor 1100 v.Chr. errichtet; das ist jene Zeit, in welche auch der Montikel / Bludenz seinen geschichtlichen Platz findet. Im Raum Walgau - ausgenommen bei der Heidenburg - sind im zweiten Jahrtausend v.Chr. also keinerlei Bodenfunde zu verzeichnen; damit bleibt der Walgau ohne archäologischen Nachweis aus der Jungsteinzeit und dem Leben der Räter der Urnenfelderzeit.

Walgau und Montafon waren bereits in später Steinzeit und Bronzezeit besiedelt. Auch die Steinanlagen (Steinkreise und Alignéments) auf der Tschengla sind nicht einfach „zufällig“ entstanden, sondern durch Menschenhand hineingesetzt worden. Um jedoch solch "gewichtige" Anlagen zu erstellen, bedarf es einer entsprechenden Anzahl an Bewohnern, die in angemessener Entfernung zu den Steinkreisen ihre Wohnstätten haben mussten; wo diese liegen, müssten neue Hinweise und Untersuchungen erbringen. Mottakopf / Bürserberg und Rona / Tschengla sind mögliche Standorte solcher Wohnbezirke. Die Frage, was hinter diesen beachtlichen Bauleistungen steht, ist ein ganz anderes Kapitel.

Mit dem Beginn der frühen Bronzezeit (etwa 2200 bis 1800 v.Chr.) gibt es erste Nachrichten von einem unbekannten Volk: die Räter. Genau genommen sind diese gar kein Volk, sondern eher die Summe mehrerer alpiner Stämme mit wirtschaftlichen wie kulturellen Kontakten. So sind die Räter erstmals in das Blickfeld unserer Geschichte getreten. Von den Römern werden sie erst kurz vor der Jahrtausendwende zur Kenntnis genommen, als sie an die Eroberung des süddeutschen Raumes denken. Das wird dann 15 v.Chr. höchst aktuell werden.

Auf einem doch recht begrenzten Kulturland zwischen Bodensee und Alpensüdrand lebte eine rätische Bevölkerung, die sich von Viehzucht, Jagd, Fischerei, Waldnutzung und etwas Ackerbau ernährte. Die trockenen und fruchtbaren Flanken des Rhein- und Illtales abseits der versumpften Mitte und die bereits erwähnten Terrassen- und Höhensiedlungen bildeten ihren eigentlichen Lebensraum. Mit dem Ende der Urnenfelderzeit werden viele dieser Siedlungen wieder aufgelassen, zB auch jene auf Bartholomäberg.

In diesen Siedlungsraum drängen jetzt die Kelten: sie tauchen im 6. Jhdt v.Chr. am Oberlauf der Donau auf und erreichen den Rand des rätischen Zentralalpenraumes; seit 500 v.Chr. drängt die keltische Völkerwelle an die Flanken der Alpen. Sie dringt im Bereich des Rheintales auch in Südvorarlberg und den Walgau hinein. Es kommt zu Einbrüchen, zur Einwanderung von Flüchtlingen und mancher Überfremdung. Das Rätertum ließ sich zwar nicht entwurzeln, doch die Kelten gewinnen zunehmend Einfluss auf ihre südlichen Nachbarn. Bis die Römer kamen ...

Von den Römern zu Napoleon

Industriegesellschaft und Jahrtausendwende

Verschiedenes

  • Viele Gemeinsamkeiten (vgl. Elementa-Veröffentlichungen, Walgau-Lesebuch, Veröffentlichungen der Rheticus-Gesellschaft, des Geschichtsvereins Bludenz, Dorfbücher usw.)
  • Burgen als Veranstaltungsorte (z.B. Jagdbergspiele) und Kriege
  • alte Urkunden
  • LEADER-Projekt Burgenweg Schwarzenhorn (z.B. Workshop Trockenmauerbau) u.a.
  • Sagenweg Schnifis
  • Laurentius-Jubiläum
  • sehr viele lokale Veröffentlichungen
  • Aufnahme und Untersuchung alter Heuhütten (G’mächle) durch Archiv Gemeinde Nenzing (Exkursionen 2009)
  • LEADER-Projekt Artenne Nenzing (Plattform für Kunst- und Kultur im ländlichen Raum, Schwerpunkt: kleinbäuerliches Kulturerbe der Region Walgau)