Stellveder Nenzing

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Auf einem Hochplateau (Hohes Eck/Hochegg) am Ausgang des Gamperdonatales liegt auf 750 m Höhe ein teilweise durch ein verfallenes Mauerwerk geschütztes Objekt von 68 m x 25 m: das Kastell Stellveder. Das Bundesdenkmalamt (BDA) nennt die Anlage "Bergkastell Stellfeder". Die römischen "Soldatenkaiser" Gallienus und Diocletian liessen auch im Walgau Festungen zum Schutz des Reiches gegen die Alemanneneinfälle anlegen. Das "castellum vetus" auf Hochegg datiert in das letzte Drittel des 3. Jhdt.; es versprach eine gute strategische Lage, da fast der ganze Walgau überblickt werden konnte. Von Zösmair bereits 1885 entdeckt, bestätigten die Grabungen von Hild 1940/41 ein römisches Kastell mit einem Turm an der Südseite; für das Mauerwerk wurde Mörtel mit Ziegelmehl vermischt aufgebracht. Das Grabungsergebnis brachte die Freilegung von Herdstellen und einer Waffenschmiede; dazu konnten vielerlei Kulturpflanzensamen freigelegt und nachgewiesen werden. Die Meinung von Zösmair und ihm folgend auch Ulmer [1] , dass es sich bei Stellveder um die Stammburg der Ritter von Nenzingen handelt, konnte nicht bestätigt werden, da auch die archäologischen Untersuchungen keinen Hinweis auf eine mittelalterliche Nutzung erbrachten.
  1. Feierabend 12/1930 Folge 44 S 666 - 668