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Dossier: Flurnamen im Walgau

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Hintergrundinformationen
Unsere Flurnamen haben vielfach keine erkennbare Bedeutung mehr, abgesehen von relativ jungen Benennungen wie ''Riedle, Alter Stafel'' oder ''I da Ränk''. Wer kann noch etwas verbinden mit Namen wie ''Gleilefräscha'' (in Bürs gréielefrä:ža), ''Kogaloch'' oder ''Brunnaduala'', deren Aussage im normalen Deutsch nur schwer wiederzugeben ist (etwa ‚Maiglöckchen-Grasrinne zwischen Felsen, Ablage für Tierkadaver, Brunnenmulde‘)?
Auch '''Walsernamen ''' sind großteils deutsch, aber manche davon heute nicht mehr durchsichtig in ihrer Bedeutung. Ein ''Hungsack'' ‚Honigsack‘ war einst benannt als gute Bienenweide, eine ''Borstegg'' (weiblich: 1652 die Fahregg) ist ein mit Borstgras bedecktes Egg (mda. sächlich), eine ''Schluacht'' ist keine ‚Schlucht‘, sondern eine kleine, grasige Halde oder Duala; Namen wie ''Blaika'' (wo der Fels herausbleckt), ''Kellaböda'' ‚Kochlöffel-Böden‘, wals. ''Chella'' ( mit kleinen Mulden) sind eher verständlich. Ein ''Kuabüchl'' ist mda. ''Kúabühel'', aber wals. ''Kúabiel'' oder ''Chuabl''; ''Häta'' ‚Beerstauden‘ hört man selten (Montafon).
Weitgehend verdunkelt sind die vielen '''rätoromanischen Namen''', die man gewöhnlich an der Betonung erkennt. Ein ''Fräschláng'' wäre deutsch ‚langer Fräscha‘, ''Manschrínes'' ein ‚Ahornberg‘ (Tiefenthaler), ''Armafíl'' wohl eine ‚Schafalpe‘ nach ALPE + OVILE ‚Schafstall‘, genauer eine Schafstall-Alpe. Das ''Glorifíel'' und ''Virglória'' enthalten offensichtlich GLAREA ‚Schotter, Bachkies‘, nach W. Vogt letzteres die Nenzinger Variante zu Glorifíel (Brand); älteres *''Valglária'' ‚Kiestal, -tobel’ zeigt den frühen deutschen Wandel von -a- > -o-, aber auch die Walser Reduktion von unbetontem a zu i; dazu kommt eine sog. Dissimilation von l – l zu r – l, die ''Virglória'' ergibt.
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