Pfarrkirche Hl. Antonius Abt

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"In villa Sanuuio ecclesia, cum decima de ipsa villa. Et in Tunia". (In Schnifis die Kirche mit dem Zehent von diesem Dorf. Und in Düns.) [1] Da ist also Düns - und das Lehen gehört Druso. Zwar ist hier noch keine Kirche genannt, aber das Dorf wird erstmals "aktenkundig" im rätischen Güterverzeichnis. Düns gehört kirchlich zu Schnifis. Das Jahrzeitbuch Schnifis meldet uns 1426, dass die Geschwister Leonhard und Anna Getzner auf dem väterlichen Besitz eine Kapelle bauen; 1496 wird eine Kapelle in Düns geweiht. Der Pfarrer von Schnifis muss an bestimmten Tagen Gottesdienst in Düns halten - das wird dann mehr als 300 Jahre auch so bleiben. 1823 wird eine Expositur bewilligt, 1842 wird Düns zur selbstständigen Pfarrei erhoben. 1831 entsteht aus der alten Kapelle ein fast neues Gotteshaus: der Chor bleibt zwar erhalten, das Langhaus jedoch wird verlängert und die zweigeschossige Sakristei angebaut. 1833 folgt der Turmanbau für die zwei alten Glöcklein, doch erst 1852 gibt es drei richtige Glocken, die den Weltkrieg nicht "überleben" - sie teilen das Schicksal vieler anderer Kirchenglocken als "Kanonengußmaterial". Dafür gibt es 1920 fünf neue Glocken, die jedoch 1942 dasselbe Schicksal erleiden. 1950 kommt die dritte Generation; wieder fünf Glocken: sie erhalten 1972 einen Läutautomaten und eine Turmuhr dazu. 1979/80 wird innen, 1982 außen restauriert. Der Turm erhält Lärchenschindeln und 1986 einen neuen Glockenstuhl. Das alte Kriegerdenkmal wird 1983 aufgelassen und in die neue Aufbahrungshalle integriert. 1993 werden Ambo und Volksaltar eingerichtet: jetzt ist nach 150 Jahren "die Bauerei" zu Ende. [2]

Das Langhaus unter Satteldach von 1831 hat 4 Flachbogenfenster in der Südwand und 2 Flachbogenfenster auf der Nordseite; der eingezogene quadratische Chor von 1496 hat an der Südwand ein hohes Rechteckfenster. Die klassizistische Westfassade hat einen Dreiecksgiebel mit Rundfenster und ein Halbrundfenster zwischen den Pilastern. Der Hochaltar mit Viersäulenaufbau sowie zwei Gebälkengel stammen aus 1682, ebenso die beiden Seitenaltäre; die Figuren sind 1793, die Bilder 1854. [3]
  1. Bündner Urkundenbuch I. Band 390 - 1199, Chur 1955, Seite 379
  2. Texte nach Manfred Hartmann in: Kurt Huber, Kirchen in Vorarlberg, Lustenau 2008, Seite 96
  3. DEHIO VORARLBERG, Wien 1983, Seite 161