Liebfrauenkirche Maria Verkündigung (Churertor)

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Das von der Bevölkerung liebevoll "Frauenkirche" genannte Gotteshaus beim Churertor zu Ehren der Gottesmutter und der hll. Sebastian und Antonius wurde 1467 anläßlich einer Pestepidemie gelobt und 1473 vollendet. Als eigentlicher Patron ist der Hl. Sebastian zu nennen, welcher als "Pestheiliger" sozusagen "zuständig" wäre. Eine völlige Neugestaltung des Innenraumes mit Altären und Gemälden erfolgte in den Jahren 1672 bis 1678; 1825 wurde innen und außen restauriert. Weitere Renovierungen sind verzeichnet unter 1885, 1908 und 1953. Von 1941 bis 1969 wurde die Frauenkirche als Leichenhalle verwendet; katholische Gottesdienste wurden nicht mehr gehalten. Nach 1969 verlor die Frauenkirche auch in dieser Hinsicht an Bedeutung; zum Teil wurde sie weiterhin noch als Sarglager verwendet, blieb im übrigen jedoch für die Bevölkerung stets verschlossen.

1990 wurde ein Vertrag mit der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde abgeschlossen, was neuerlich verschiedene Renovierungsarbeiten erforderlich machte: neuer Boden, Malen der Wände, Erneuerung von Treppe und Eingangsbereich sowie ein neuer großer Leuchter. Die einschneidendste Veränderung von 1990 war das Anbringen einer Ikonostase, d.i. eine Bilderwand, wie sie bei orthodoxen Kirchen zwischen Altarraum (Chor) und Gläubigenraum (Langschiff) zeremoniell üblich ist. Damit begann für die Frauenkirche in ihrer mehr als 500-jährigen Geschichte ein völlig neues Kapitel. Dieses Gotteshaus unterliegt seither nicht mehr dem Denkmalschutz und ist im BDA-Verzeichnis von 2007 nicht mehr ausgewiesen. [1]

Die Kirche besitzt ein einfaches Langhaus mit fluchtendem Chor unter einem steilen Satteldach; der auffällig übereck gestellte Turm hat einen geschindelten Zwiebelhelm. Die Langhausseiten haben zwei Spitzbogenfenster; die ehemaligen Spitzbogenfenster im Chor sind durch Ausmauern zu einfachen Nischen verändert. Neben dem Spitzbogenportal ist je ein breitrechteckiges Fenster, darüber ein großes Spitzbogenfenster angebracht. Der Turm mit achteckiger Glockenstube und übereinander gesetzten Rundbogenschallöffnungen hat an der Südwestwand im Erdgeschoß ein Rundbogenfenster, an der Nordostwand mit dem rundbogigen Turmportal ist eine überdachte Holzstiege.

Langhaus und Chor zeigen ein Netzrippengewölbe. Der Altarraum ist durch die Ikonostase vollständig verdeckt. Der Gläubigenraum im Langschiff ist ausgeräumt, die Einrichtung deponiert. Das Objekt ist nicht (mehr) denkmalgeschützt. Mehr über die alte Einrichtung im DEHIO. [2]
  1. Verordnung des Bundesdenkmalamtes gemäß § 2a des Denkmalschutzgesetzes betreffend den Verwaltungsbezirk Feldkirch, GZ. 47.373/19/2007 vom 15. November 2007.
  2. DEHIO VORARLBERG, Wien 1983, Seite 179/180