Kapuzinerkloster-kirche Mariä Opferung (Bahnhofstrasse)

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Das Feldkircher Kapuzinerkloster ist das älteste Kloster dieses Ordens in Vorarlberg: 1602 Kreuzaufrichtung und Grundsteinlegung, 1605 Vollendung und Weihe. Der Klosterumbau datiert 1681 - 1684 und 1864 - 1880; renoviert wurde 1890 bis 1892. Die Klosterkirche Mariä Opferung ist ein einfacher Rechteckbau mit eingezogenem Chor und anschließendem fluchtenden Mönchschor mit geradem Abschluß unter einem Satteldach mit Dachreiter. Gegen NW ist die Fideliskapelle angebaut, dieser vorgelagert wurde 1906 eine Rundbogenarkade mit Lourdesgrotte ("Lourdeskapelle") errichtet. An die Fideliskapelle wurde 1729 die Fideliszelle angebaut. Die Giebelfassade hat Kreis- und Rundbogenfenster, der Eingangsvorbau besitzt ein Rundbogenportal mit Steinlaibung. Innenseitig im Vorhof ist ein Antoniusgemälde mit einer Ansicht der Schattenburg, datiert um 1800; straßenseitig ist an der Fideliskapelle ein Wandbild des hl. Fidelis angebracht.

Das Saalrauminnere zeigt eine flache Holzbalkendecke und den Chor mit Stichkappengewölbe und geradem Abschluß. Die Fideliskapelle zeigt Kreuzgratgewölbe; im Betraum befindet sich auch eine kreuzgratgewölbte Marienkapelle. Das Langhaus hat zwei, der Chor ein Rundbogenfenster; die nördlich am Mönchschor angefügte Sakristei hat ebenfalls Kreuzgratgewölbe. 1827 wurde die Klosterkirche renoviert; die grundlegendste Restaurierung von Kirche und Kloster erfolgte in mehreren Schritten zwischen 1964 und 1992.

Der Hochaltar mit neugotischem Aufbau nach den Plänen des "kunstsinnigen Pater Virgil Gangl, OFCap" wurde 1891/92 von Klosterbruder Wenzel Schnitzer erstellt; die Statuetten stammen von Fr. Maximilian Schmalzl 1893 aus Gröden. 1921 wurde der Hochaltar-Tabernakel von Anton Jehly aus Bludenz neu gefasst. Anstelle des 1969 abgetragenen rechten Seitenaltars steht hier das ehemalige Hochaltarbild "Tempelgang Mariens" bez. 1652; statt des linken Seitenaltars ist hier das Altarbild des ehemaligen rechten Seitenaltars "Hl. Antonius von Padua mit der Erscheinung der Muttergottes" (um 1700) zu sehen. An der rechten Langhauswand befindet sich ein sog. Fahnenbild - "Glorie des hl. Fidelis" auf der Vorderseite und "Martyrium des hl. Fidelis" auf der Rückseite, welches 1746 bei der Heiligsprechung in Rom verwendet wurde.

In der Marienkapelle ist eine "Schwarze-Mutter-Gottes" - Kopie nach dem Gnadenbild in Brünn/Mähren - die in der gemalten Krone der Madonna die Datierung "1736" trägt. Die Fideliskapelle zeigt in einer eigenen Reliquienstele - der Fidelissäule - das 1922 neugefasste Haupt des hl. Fidelis, an dem bis heute die durch einen Schwertstreich verursachte tiefe Kopfwunde zu sehen ist. Die Fideliszelle selbst ist der alten Zelle nachgebaut und mit Originalinventar (Betschemel, hölzerner Sarg) ausgestattet. Bemerkenswert sind auch die aus der Friedhofkirche St. Peter und Paul überstellten Epitaphien - Johann Andreas Pappus von Tratzberg (1660) und Sebastian Eberhard & Maria Barbara Buchlin (1754). Die Gemälde im Kreuzgang "Vier Evangelisten" von Dietrich Meuss bez. 1617 verdienen Aufmerksamkeit.