Filialkirche Hl. Anna

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Wann der Vorgängerbau der St. Annakirche errichtet wurde, ist nicht bekannt. Bekannt jedoch ist, dass im dritten (obersten) Stock des Turmgevierts romanische Schallöffnungen entdeckt wurden, die einen Turm- und damit Kirchenbau in die späte Gotik und somit in das 14. Jahrhundert datieren lassen. Am 26. Juli 1509 wird die Weihe dreier Altäre durch den Churer Bischof Tschuggli nachgewiesen, welcher tags zuvor die Pfarrkirche St. Stephan nach umfangreicheren Umbauten wieder geweiht hatte. Im Zuge des Neubaues wurde auch der Turm erhöht und mit Oktogonaufsatz und Zwiebelkuppel versehen. 1644 wird die Kirche barockisiert; die erhält drei Holzaltäre, deren Jahreszahlen 1644 (Hochaltar) und 1647 (Seitenaltäre) lauten. [1] Um 1936 wurde das Kircheninnere weiß und ocker gefärbelt; im übrigen blieb bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts die St. Annakirche "unrenoviert". 1989 wurde südlich der Kirche ein parkähnlicher Friedhof mit Urnen- und Einzelgräbern angelegt; die bedeutendste und bisher einzige "große Renovierung" wurde zwischen 1990 und 1993 durchgeführt.

Die St. Annakirche stand früher als Wallfahrtsheiligtum in hohem Ansehen; 1518 erhielt sie einen "100-Tage-Ablaßbrief" zugunsten ihrer Wohltäter. Aus dieser Zeit stammt die Vorsatzfigur der "hl. Anna selbdritt".

Die kirchenrechtliche Zugehörigkeit der St. Annakirche gab durch viele Jahre Anlaß für Unstimmigkeiten zwischen Bludesch und Thüringen dahingehend, dass bis um 1800 das Kirchengut zur Pfarre Bludesch gehörte und das größere Dorf Bludesch mehr zum Schutze der St. Annakirche gegen Hochwasser und Vermurung durch die Lutz beitrage als Thüringen. Auch die Gottesdienstordnung stand Bludesch zu, bis der Bludescher Pfarrer Christoph Dobler noch vor seinem Umzug nach Bürs im Jahre 1818 auf das "Samstag-Messlesen" verzichtete. Für den Thüringer Pfarrer Christian Walter bedeutete das die Möglichkeit, jetzt selbst die Wochenmesse zu lesen! [2]
  1. DEHIO VORARLBERG, Wien 1983, Seite 393
  2. Robert Amann, Kircha, Kapella und Mesmer in: "Bi üs do z'Thürig", Thüringen 1990, Seite 74